wilfried reckewitz
Der 1925 geborene Wuppertaler Maler Wilfried Reckewitz (gest. 1991, Vater von Marcus Reckewitz) begann seine Ausbildung noch während des Krieges 1942 an der Kunstgewerbeschule in Wuppertal. 1945 setzte er sie an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf fort, wo er, wie viele Vertreter der sogenannten "verlorenen Generation", Anschluss an die im Nationalsozialismus verfemte internationale Kunstentwicklung suchte.
Der künstlerische Weg führte über die anfängliche Gegenständlichkeit zur Abstraktion, schließlich zur konstruktiven Form. In den 60er Jahren fand Reckewitz in der Bildidee der sogenannten "Horizonte" ein bildnerisches Motiv, an dem er bis an sein Lebensende festhielt und das er in zahlreichen Variationen weiterentwickelte.
Ganz im Sinne der Bauhaus-Idee widmete sich Reckewitz jedoch auch der künstlerischen Gestaltung des Alltags. Dazu zählten neben Wandbildern, Tür- und Fensteranlagen, Brunnenanlagen und Skulpturen im öffentlichen wie privaten Raum, auch Bühnenbilder und Kostümentwürfe für das Wuppertaler Theater sowie Plakate für Sendereihen und Filmproduktionen des Westdeutschen Rundfunks in Köln.
In den 60er Jahren entdeckte Reckewitz zunehmend den Reiz der künstlerischen Gestaltung des Werkstoffes Glas. Neben Glasschliffentwürfen für Tür- und Fensteranlagen entstanden besonders in den 70er Jahren auch Glasskulpturen (Besitz u.a.: Corning Museum of Glass New York). Seine Kenntnisse auf dem Spezialgebiet Glasdesign sowie sein überzeugend strenges ästhetisches Konzept führten schließlich auch zu den Aufträgen, die Türanlagen, Trennwände, Raumteiler, Handläufe und Skulpturen der großen Karibik-Schiffe "MS Sunward II" und "MS Starward Norwegian" in den Jahren 1977 und 1978 sowie 1990 der "SS-Norway" (ex France) zu gestalten.
Bei seinen zahlreichen Besuchen der Lloyd-Werft in Bremerhaven anlässlich der ersten Aufträge wohnte er 1978 eher zufällig auch dem Start der Windjammerregatta "Operation Sail" auf der Weser bei (ebenso wie der zweiten 1986 in Bremerhaven gestarteten Regatta). Fasziniert von der zeitlosen Ästhetik der traditionellen Schiffsarchitektur, widmete er sich neben seiner eigentlichen künstlerischen Tätigkeit als Maler fortan immer wieder auch der Porträtierung dieser Segelschiffe in Tusche und Aquarell. Der Kalender stellt, wie der aus dem Jahre 2003, eine kleine Auswahl der so entstandenen, traditionellen Schiffsporträts dar.
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