inhalt: safran, sushi und prosecco
Alkohol
... was die Genetik für die menschliche Affinität zu Alkoholischem an Erklärungen parat hält, warum juvenile Saufgelage weniger ein Ärgernis darstellen als vielmehr der evolutionären Auslese dienen und was der Mensch am Tresen mit einem Wurm und einer Fruchtfliege gemein hat ...
Blutente
... warum die Blutente eine solche genannt wird, obwohl man ihr doch ganz und gar unblutig den Garaus macht und wie man in Paris im La Tour d’Argent seit über hundert Jahren um die Blutente einen nummerierten Kult betreibt ...
Bulette
... wie die calvinistische Bulette in den Berliner Hungerturm kam und warum weder die Frikadelle noch das Fleischpflanzerl mit der Bulette etwas gemein haben, obwohl es doch allesamt kleine Klöpse sind...
Chips
... wie ein beleidigter Indianer aus Wut über einen pedantischen Korinthenkacker eine der größten Knabberverführungen erfand ...
Leseprobe
Crème bavaroise
... wie die Italiener mit ihren Meisterköchen und die bayrische Elisabeth mit ihrer geschlagenen Eiercreme der einst daniederliegenden französischen Küche auf die Beine halfen ...
Crêpe Suzette
... wie ein englischer Bonvivant königlichen Geblüts und ein juveniler Küchenlehrling aus einer einfachen bretonischen Arme-Leute-Speise einen kulinarischen Mythos machten ...
Drambuie
... wie ein Nationalheld königlichen Geblüts auf der Flucht im Weiberrock den wilden Schotten ein süßes Whisky-Likörchen als Erinnerung an ein sehr ambitioniertes Schlachtenunternehmen hinterließ ...
Leseprobe
Duxelles
... wie der in Vergessenheit geratene französische Küchengroßmeister Varenne dem Filet des berühmten englischen Feldherrn Wellington geschmacklich mit ein paar Champignons auf die Sprünge half ...
Flatulenz
... wie eine natürliche Genussreaktion zur beneidenswerten Kunst geraten kann und welche Mühen die Wissenschaft gleichwohl aufwendet, um den Ursachen und Folgen ihre Brisanz zu nehmen ...
French Paradox
... oder warum die Bemühungen der Wissenschaft, den Jahrtausende alten Alkoholgenuss des Menschen vom Stigma der Sünde und des gesundheitlichen Niedergangs zu befreien, unter dem Strich doch eher ernüchternd sind ...
Galliano
... wie man als italienischer Kriegsheld im Schnapsregal landet und wie ein kalifornischer Surfer ihm zu Weltruhm verhalf ...
Kartoffeln ã la Parmentier
... wie die Kartoffel als vergammelter Gallenstein von Südamerika aus in europäische Kochtöpfe wanderte und mit welchen Marketingstrategien ein Militär-Apotheker in Frankreich für deren Reputation sorgte ...
Kiwi
... wie eine ausgebrannte neuseeländische Lehrerin beim Besuch einer schottischen Mission in China die Kiwi entdeckte und ihrer Heimat posthum zu glänzenden Exportbilanzen verhalf ...
Kochmütze
... warum es so schwer ist, die Geburtsstunde der Kochmütze zu bestimmen und wie ein Küchengroßmeister mit einem einfachen Pappring der Kopfbedeckung zu majestätischer Höhe verhalf ...
Kopi Luwak
... welchen Beitrag die Darmschlingen der indonesischen Schleichkatze für die Qualität des wohl teuersten Kaffees der Welt leisten und welchen Aufwand die Wissenschaft betreibt, dem tierischen Veredlungsprozess auf den Grund zu gehen ...
Kosmischer Wein
... wie man mit der Sterne Bahn und verbuddelter Kuhkacke im biodynamischen Weinberg selbst die härtesten Weinkritiker in helle Euphorie treibt ...
Schildkrötensuppe Lady Curzon
... wie die Schildkröte vom Indianer- und Seemannssnack zur delikaten Suppe avancierte und wie eine amerikanische Millionärstochter an der Seite eines englischen Vizekönigs in Indien daraus die sahnegekrönte „Königin der Süppchen“ machte ...
Manhattan
... wie die flotte Mutter von Winston Churchill im Jahre 1874 in New York auf einer Wahlparty dazu beitrug, einen der beliebtesten Cocktail-Klassiker ins Leben zu rufen ...
Meerbarben
... warum der Preis von Delikatessen manchmal wichtiger erscheint als ihr Geschmack und wie die Meerbarbe auch aus diesem Grund bei den alten Römern mit ihrem letalen Farbenspiel für bares Entzücken und für eine gigantische Preistreiberei sorgte ...
Pastis
... wie Paul Ricard und ein Friseur den legendären Pastis zum legitimen Nachfolger des Absinths als zivilisierten Aperitif-Drink etablierten ...
Pommes frites
... wie eine lächerliche Portion Pommes zum ernsthaften Politikum internationaler Verwicklungen werden kann und warum die „French fries“ weit weniger french sind, als man gemeinhin glaubt ...
Prosecco
... wie man am Prosecco das deutsche Discounter-Elend studieren und warum Prosecco dennoch ein echtes Vergnügen darstellen kann ...
Punt e Mes
... wie ein selbstvergessener Turiner Börsenmakler bei der Geburt eines der erfolgreichsten italienischen Aperitifs Pate stand ...
Radler
... wie ein bayrischer Bahnarbeiter, der Kugler Franz, das weltbekannte Radler „erfand“ und warum die Spuren des ersten Bier-Limonade-Mix dennoch nicht nach Bayern, sondern nach England führen ...
Safran
... warum in den seltensten Fällen Safran drin ist, wo Safran drauf steht und warum Sie eine Überdosierung mit dem kostbarsten Gewürz der Welt wirklich teuer zu stehen kommen kann ...
Speisefolge
... wie höfisches Imponier- und Abgrenzungsgehabe und der vorwissenschaftliche Hokuspokus von frühneuzeitlichen Alchimisten unsere Essgewohnheiten und unsere Speisefolge bis heute bestimmen ...
Surimi
... wie man uns fischiges Fake Food als delikate Meeresfrucht „schmackhaft“ macht und auf welch seltsame Traditionen die Häckselei von Fisch zurückgeht ...
Sushi
... warum der ganze Schischi ums Sushi in Deutschland vielleicht doch ein bisschen übertrieben scheint und warum ausgerechnet der Fugu japanische Feinschmecker in kribbelnde Erregung versetzt ...
Leseprobe
Tarte Tatin
... warum eine der genialsten französischen Dessert-Verführungen den amourösen Nachstellungen Pariser Jäger in einem kleinen Dorf im Tal der Loire zu verdanken ist und wie ein „Gärtner“ aus Paris diese Verführung schließlich in die feinschmeckende Welt trug ...
Toast
... wie sich geröstetes Brot zum sprachlichen Synonym für im Stehen vorgetragene Trinksprüche entwickelte und warum ausgerechnet die englischen Marine-Offiziere als einzige beim Toast auf ihre königliche Majestät sitzen bleiben dürfen ...
Weißwürste
... warum die Bayern den Franzosen und vor allem den Schweizern für die Weißwurst dankbarer sein sollten, als sie es sind, und was der 30jährige Krieg mit Siebecks Albinopimmel zu tun hat ...
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